Was dich motiviert! - Die 4 Arten von Motivation | Shuru.de
Motivation

Was dich motiviert! – Die 4 Arten von Motivation

Wissenslevel    

In meinem letzten Artikel habe ich von innerer und äußerer Motivation gesprochen. Diese nennt man in der Psychologie intrinsische und extrinsische Motivation. Doch was genau bedeutet das? Was ist überhaupt Motivation? Mit diesem Wissen verstehen wir besser, warum wir etwas machen, es nicht machen oder es machen, obwohl wir keine Lust dazu haben. Dabei ist es egal, um was es geht: Sport, Ab- oder Zunehmen oder gesünder ernähren. Und genau darum dreht sich dieser Artikel: Was kann uns motivieren und warum? Und um das theoretischere Thema etwas aufzulockern habe ich mich auch mal im Schaubild malen versucht…

Du warst doch bestimmt schon mal motiviert. Egal worum es ging, du hattest einen Antrieb. Er hat dich bewegt genau das zu tun. Bestimmt auch bis zum Ende, dass du mit dem Ergebnis zufrieden warst. Was hat dich angetrieben? War es der Chef, dein Team, Coach oder Freunde? War es das Ziel, was du vor Augen hattest oder eher die Angst, dass du Ärger bekommst? Hast du Werte und Ideale die du befolgen willst und hast es deswegen gemacht? Oder bist du so tief in die Aufgabe versunken und hast alles um dich herum vergessen und die Aufgabe war plötzlich schon erledigt?

 

Egal was es war, du hattest eine gewisse Motivation, welche dich das hat machen lassen. Sicherlich hattest du auch schon Situationen, in denen du keine Lust hattest, etwas zu machen. Das kann die gleiche Tätigkeit an einem anderen Tag sein oder auch etwas, an dem du noch nie Spaß dran hattest, es aber trotzdem machen musstest. Aber woran liegt das?

Die vier Arten von Motivation Plus 3

Morgens halb sechs. Mein Wecker klingelt. Schlummern. Klingeln. Schlummern. Klingeln. Schlummern. Klingeln. Schlummern. Sechs Uhr – Scheisse. Verschlafen. Ich mach mir nen Kaffee und ein Brot für unterwegs, putze Zähne, ziehe mich an und laufe gehetzt zum Bus. Erstmal die Kopfhörer in die Ohren, Nachrichten des vergangenen Tages lesen, Brot essen und den Kaffee trinken. In der Uni angekommen treffe ich meine Studis und rede noch ein paar Minuten, bis die Vorlesungen los gehen. Ich schreibe mit, was nicht auf den Präsentationsfolien steht.

Halb zwei – Mittagspause. Schnell was essen. Im Anschluss gibt es eine Teamarbeit zum Thema Aufmerksamkeit – die Präsentation steht in fünf Tagen an und wir müssen noch alles machen. Wir wollen ja schließlich eine gute Präsentation hinlegen. Noch eine Vorlesung, dann ab in die Bahn nach Hause.

Um halb acht angekommen heißt es jetzt noch 15 km Laufen. Die Sonne scheint noch, es ist angenehme 20 Grad warm und ich habe gute Laune. Große Lust habe ich zwar nicht, aber es macht ja auch Spaß – wenn man denn mal unterwegs ist. Nur jetzt nicht. Ich trinke noch einen Schluck aus meinem abgestandenen Wasser und laufe los. Um kurz vor neun wieder Zuhause – es hat sich gar nicht so lang angefühlt. Essen. Duschen.

Ich setze mich noch für eine halbe Stunde an meinen Laptop, um noch meinen Teil für die Präsentation vorzubereiten. Halb elf – Zähne putzen, Kontaktlinsen raus und ab ins Bett. In sieben Stunden gehts wieder raus.

 

Die unterschiedlichsten Situationen fordern immer wieder eine neue Motivation der verschiedensten Arten. Im Grunde gibt es vier davon:

Zuerst einmal die fremdgesteuerten Arten. Diese sind extrinsischer Art, also von Außen auf dich wirkend. Die erste ist die „Kontrolle“: Durch eine Androhung, einer Strafe oder durch eine Belohnung können andere dich zu einer Handlung zwingen. Bei meinem Tag ist das die Vorbereitung der Präsentation in der Gruppe. Wir müssen dies machen, da wir sonst in dem Fach durchfallen werden. Und wenn wir eine gute Präsentation halten, dann bekommen wir auch eine gute Note.

Wenn ich meinen Teil zur Präsentation nicht mache, dann fühle ich mich den anderen aus meinem Team schuldig. Es treibt mich zwar von innen an, doch durch den Beschluss, dass ich einen Teil alleine Zuhause mache, werde ich von außen reguliert. Ich will das Schuldgefühl und die Angst, dass ich meine Gruppe enttäusche, vermeiden. Dies nennt man „introjizierte Regulation“.

Die nächsten beiden Arten der Motivation sind selbstgesteuert. Die „identifizierte Motivation“ gehört auch noch zur extrinsischen Motivation: Ich muss zwar nicht rechtzeitig zur Vorlesung erscheinen, aber einer meiner Werte ist Pünktlichkeit. Ich identifiziere mich mit dem Ziel dieses Wertes – also gebe ich mein Bestens, dieses Ziel zu verfolgen.

Die zweite Art der selbstgesteuerten Motivation ist „intrinsische Motivation“ und ist das Gegenteil der obigen drei äußeren Motivationsarten: Es ist eine innere Lust, es macht mir Spaß, Sport zu machen. Es ist kein Mensch da, der mich zwingt oder dem ich gegenüber irgendwelche  Schuldgefühle habe, wenn ich nicht trainiere. Mach ich es nicht, bin ich mir bewusst, dass ich selbst daran Schuld bin – kein Anderer.

Unterschied intrinsische extrinsische Motivation

Zwei andere Aspekte, die noch dazu kommen: Umso mehr Sport ich mache, desto mehr Erfahrungen sammle ich und komme meinem Ziel näher. Ich kenne mich immer besser mit Muskeln und Ernährung aus, mit Schmerzen und Durchhaltevermögen. Genauso merke ich immer wieder, dass das Training mich selbst weiter bringt und ich immer schneller werde. Und über die verschiedensten Themen kann ich mich mit Schwimmern, Radfahrern, Läufern oder anderen Sportlern unterhalten, austauschen und auch dabei lernen.

Und genau das sind auch die Bedürfnisse, welche eine innere, intrinsische Motivation ausmachen:

  • Autonomie, also das Bewusstsein, dass ich für mein Handeln verantwortlich bin
  • Kompetenz und Effektivität, welche jeder Sportler erlebt, wenn er Sport macht und sich dem bewusst ist und
  • Soziale Eingebundenheit – das Gefühl, sich Personen oder Gruppen zugehörig zu fühlen und  dieses auch zu erleben und spüren

We need this shit

Jeder braucht Motivation, um etwas zu machen. Natürlich hat jede Art der Motivation sowohl positive als auch negative Folgen für uns. Die selbstgesteuerten Arten von Motivation, die identifizierte und intrinsische Motivation erzeugen die positivsten Effekte in uns. Kontrolle und introjizierte Regulation motivieren zwar auch, sind aber diese keinesfalls so langanhaltend, effektiv und können sich auch schädlich auf uns auswirken. Jedoch sind sie nicht vermeidbar und andere Menschen haben andere Ziele, welche sie genau mit solchen Arten bei uns anwenden können.

Aber egal welche Motivation dich gerade antreibt, sie hilft dir, etwas zu machen. Versuche es doch mal selbst: Was machst du gerne? Das kann dein Lieblingssport sein. Oder das Anfeuern deiner Lieblingsmannschaft im Stadion. Oder am Strand liegen und dich sonnen. Vielleicht gehst du auch gerne spazieren. Wenn du dir eine Situation ausgesucht hast, dann überlege dir, warum du das machst. Abnehmen, Spaß am Spiel, die Party im Stadion mit den anderen Fans oder einen dunkleren Teint. All das sind Dinge, die dich von innen motivieren. Innere Motivation ist was ganz tolles, umklammere sie, lasse sie nicht wieder los. Aber erdrücke sie bitte nicht.

„Etwa neunzig Prozent aller Dinge im Leben sind in Ordnung, nur etwa zehn Prozent sind das nicht. Wenn wir glücklich sein wollen, brauchen wir uns nur auf diese neunzig Prozent zu konzentrieren und die zehn, die nicht in Ordnung sind, nicht zu beachten.“ – Dale Carnegie.

Coming soon…

In den kommenden Artikeln möchte ich mich mit zwei passenden Themen befassen: Zum einen, was die einzelnen Arten von Motivation für Folgen haben und warum sie schädlich sein können. Als zweites die Überführung von extrinsischer in intrinsische Motivation. Also wie man diese äußere Motivation so drehen kann, dass sie nicht mehr so negativ belastet sind und dich sogar nachhaltig motivieren kann.

Willst du mehr wissen?

Die ersten zwei Bücher drehen sich um Motivation und Emotion und sind fachlich spannend und einfach geschrieben.

Motivation und Emotion: Allgemeine Psychologie für Bachelor (Springer-Lehrbuch)

Motivation Und Emotion (Basiswissen Psychologie) (German Edition)

Das dritte Buch ist von Dale Carnegie und ein Konzentrat aus zwei seiner Bücher. Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem. Carnegie erklärt auf sehr einfache und gut geschriebene Weise, wie man eine positive Einstellung erhält und wie man mit anderen Menschen umgehen soll. Von der vermittelten Motivation brauch ich wohl nicht zu sprechen.

Freu dich des Lebens!: Die Kunst, beliebt, erfolgreich und glücklich zu werden (Dale Carnegie)

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