Ich bin schön! Brauche ich da einen perfekten Körper für? | Shuru.de
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Ich bin schön! Brauche ich da einen perfekten Körper für?

Ich bin schön!?
Avatar von Katharina Schreiner
Geschrieben von Katharina Schreiner

Veränderung. Das ist das, was ich immer wieder an meinem Körper feststelle. In letzter Zeit musste ich immer wieder neue Klamotten kaufen. Ätzend, wie ich finde. Denn ich mag alle meine alten Klamotten und finde es schade, dass ich die nicht mehr tragen kann. Könnte ich zwar schon noch, nur dann sehe ich aus wie jemand der eben zu große Klamotten an hat – Kartoffelsackmäßig. Und darauf hab ich eigentlich noch viel weniger Lust. Also ziehe ich meine alten und zu großen Sachen nur noch zum putzen und gammeln an. Dann, wenn mich halt niemand sehen kann. Außerdem finde ich es ätzend, weil man für neue Klamotten so viel Geld ausgeben muss. Geld, was ich lieber für Sportklamotten oder für neue Laufschuhe, ein eigenes Rennrad, Essen oder Urlaub ausgeben möchte. Aber nein. Plötzlich habe ich eine Kleidergröße kleiner und nix aus meinem Kleiderschrank passt mir mehr. Ätzend eben.

Das Problem mit den Big Boobs!

Aber wenn ich mal ehrlich bin, hat es nicht nur ätzende Seiten. Ich schlendere durch die Stadt, streife durch H&M und Co. und brauche mir plötzlich keine Gedanken mehr zu machen, ob die überhaupt Klamotten in meiner Größe haben. Früher war ich eine XL – mittlerweile trage ich L oder teilweise sogar schon M! Also nix wie rein in den Laden und neue Teile anprobieren. Kleider, süße Tops, Hosen und Unterwäsche. Und genau bei der Unterwäsche fängt die Misere an.



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Obwohl sich mein Körper verändert hat und ich offensichtlich schmaler geworden bin, haben meine Brüste komischerweise nix davon mitbekommen. Die haben einfach immer noch die gleiche Größe wie vor dem Sport auch noch. Genauso passe ich in keinen der schönen Spitzen-BHs hinein. Frust macht sich breit. Also Unterwäsche weg und ab zu den Kleidern. Ich liebe Kleider. Also ziehe ich das erste Kleid an. Ein wunderschönes Blumenkleid in orange und grün – meine Lieblingsfarben, welches man mit einem Reißverschluss am Rücken zu macht. Und schon das nächste Problem. Meine Brüste. Die sind einfach zu groß für das Kleid, sodass ich es nicht zu bekomme. Von der Taille her passt es, aber oben rum eben nicht! Noch mehr Frust macht sich breit und schon habe ich keine Lust mehr. Ich packe alle Sachen und gehe, ohne was zu kaufen, raus aus dem Geschäft.

Das vorgegebene Schönheitsideal

Mega genervt schaue ich mich, während dem rausgehen, im Geschäft um. Überall stehen abgemagerte Schaufensterpuppen die Tops in Größe XS anpreisen. An der Wand ein riesiges Poster von einem jungen Mädel mit großen Hut, in einem Oversize Kleid. Dagegen ist ja nix zu sagen. Aber ihre Wangen sehen eingefallen aus und ihre Beine wie Zahnstocher. Daneben die Bademoden-Abteilung. Ein Model am Strand. In einem super knappen Bikini. Auch gut zu sehen – ihre Hüftknochen und ihre hervorstehenden Schlüsselbeinknochen. Ich mag diesen Anblick nicht. Er suggeriert mir, dass ich nur schön bin, wenn ich so etwas tragen kann.

Soll heißen, dass ich nur schön bin, wenn ich genau solche eine Figur habe wie besagtes Bademodenmodel auf dem Plakat. Und irgendwie frustriert mich das alles noch mehr und ich stürme regelrecht aus dem Laden. Schlechte Laune macht sich breit. Eigentlich hatte ich mich aufs Schoppen und neue Klamotten gefreut. Stattdessen nicht-passende Klamotten und ein vorgegebenes Schönheitsideal. Die Sonne scheint und ich bekomme Hunger auf ein leckeres Eis. Also schlendere ich zur nächsten Eisdiele und genehmige mir zwei Kugeln davon.

Fett fühlen und Eis essen? Das geht doch nicht!

Und ich sage es geht doch! Während ich das Eis genieße, denke ich darüber nach, warum ich mich in dem Klamotten-Geschäft so schlecht fühlte. Woran lag das? An mir? An den Klamotten? Oder an den Postern, die da hingen? Ich denke, dass es eine Mischung aus all den drei Gründen war.

Einerseits finde ich dieses Marketing mit ausschließlich dünnen Frauen schrecklich. Ein Großteil der Frauen hat eben keine Modelmaße. Warum habe ich dann das Bedürfnis so auszusehen, wie die Frau auf dem Plakat? Weil ich möchte, dass mir die Klamotten passen? Weil ich genauso dünne Beine haben will, um mich attraktiver aussehen zu lassen? Klamotten. Lag es an denen? Vielleicht. Dass mir die Klamotten in diesem einen Geschäft nicht passten war eben Pech. Schließlich gibt es ja noch genügend andere Geschäfte, in denen ich schöne Klamotten kaufen kann. Und dennoch hat mich das so gestört, dass mir die Sachen nicht passten, sodass mir die Lust auf Shopping verging.

Also muss es an mir liegen. Warum bin ich nicht zufrieden mit meinem Körper, so wie er ist? Woran liegt das? An mir oder an vorgegebenen Frauenbildern mit denen man eben so in jedem Medium mit aufwächst?

Wie ich versuche, diesen Fragen auf den Grund zu gehen, erfährst du nächste Woche.



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