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Wie dein Triathlon Wettkampf abläuft – so machst du es richtig

Triathlon Wettkampf Rolling Start
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Geschrieben von Isabelle Henrich
Wissenslevel    

Nur noch wenige Augenblicke bis zu deinem ersten Triathlon Wettkampf. Die Nervosität steigt. Hast du irgendetwas vergessen?

Möchtest du wissen, wie die Organisation rund um deinen großen Tag abläuft? Das findest du im vierten Teil unserer Triathlon Wettkampf-Serie. In den Teilen davor findest du Tipps und Hilfen, wie du die letzten Wochen vorher gestaltest, was du alles zur Vorbereitung machen musst und brauchst und was du für deinen Triathlon Wettkampf brauchst.

Startplatz einnehmen

Nun sind alle Vorbereitungen vorbei und du gehst an die Startlinie. Wichtig ist, dass du dich rechtzeitig im Startbereich einfindest, damit du dich Warmmachen und den für dich geeigneten Platz im Teilnehmerfeld suchen kannst. Hierzu solltest du allerdings wissen, dass es unterschiedliche Startphasen gibt, von denen der Veranstalter eine vorgibt:

  • Massenstart: Den Massenstart kennst du sicherlich vom Ironman Hawaii. Hierbei starten alle Triathleten zur gleichen Zeit in einer einzigen Gruppe. Du sortierst dich vorher selbstständig, nach eigener, realistischer Einschätzung deiner Schwimmleistung unter den Athleten ein, um ein geordnetes Schwimmen zu ermöglichen. Die Zeit läuft sobald der Startschuss gefallen ist. Der Massenstart ist besonders beliebt bei Zuschauern, da ein richtiges Triathlon-Feeling durch die Rangeleien und die große Masse an Sportlern aufkommt. Da es allerdings, gerade schwächere Schwimmer, verstärkt zu Tritten, Hektik und Atemnot kommen kann, findet diese Startphase zur Sicherheit der Triathleten immer weniger statt.
    2015 Hawaiian Ironman Review

  • Rolling-Start: Durch die Gefahren beim Massenstart kommt nun vermehrt der Rolling-Start zum Einsatz. Bei dieser modernen Startphase wirst du gemäß deiner geplanten Schwimmzeit in Richtung Start gelenkt. Beispielsweise bei dem Ironman 5i50 Kraichgau werden alle sechs Sekunden drei Athleten ins Wasser geschickt. Die Zeit wird erst dann gemessen, wenn du über die Zeitmessmatte läufst. Dadurch ist das Teilnehmerfeld entzerrt und es entsteht kein Gedränge, wie beim Massenstart. Jedoch entstehen längere Wartezeiten für die Athleten.
  • Wellenstart: Dabei ist es so, dass die Athleten in kleinere Gruppen unterteilt werden. Dies kann nach der Schwimmzeit, Altersklasse oder Geschlecht sein. Es gibt allerdings auch Veranstalter, die ihre Triathleten durch andere Eigenschaften in Startgruppen einteilen.


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Die Startposition im Triathlon Wettkampf

Diese unterschiedlichen Startphasen können als Land-, Wasser-, oder Pontonstart durchgeführt werden. Bei dem Pontostart springst du von einem Ponto, also einer Plattform, einem Schiff oder einem Steg, ins Wasser hinein. Dieser Start erfolgt sehr selten, meist nur, wenn ein Land- oder Wasserstart nicht möglich ist. Auch wenn es verschiedene Einteilungen im Starterfeld gibt, musst du darauf achten, wo du dich hinstellst. Falls Schwimmen deine Paradedisziplin ist, dann solltest du dich vorne einordnen. Falls du eher zu den schwächeren Schwimmern gehörst, dann eher im hinteren und äußeren Teil, damit du in Ruhe in deinen Rhythmus finden kannst. Befrage die Anderen über die Schwimmzeiten, die sie für den Triathlon Wettkampf geplant haben.

Und bevor es dann endlich losgeht, solltest du noch eine Sache wissen: Fast jeder Triathlon hat Zeitlimits. Das bedeutet, dass du die jeweilige Schwimm-, Rad- oder Laufstrecke in einer gewissen Zeit absolvieren musst. Falls du länger brauchst, musst du das Rennen abbrechen. Diese nennt man Cut-Off-Zeiten.

Dazu gebe ich dir ein Beispiel des Triathlon Wettkampf Machsee Triathlon Hannover Olympische Distanz:

  • Cut-Off Zeit Schwimmen: 60 Minuten
  • Cut-Off Zeit Schwimm- und Radstrecke: 2:40 Stunden

In diesem Fall musst du die 1,5 Kilometer lange Strecke in 60 Minuten absolvieren und in 2:40 Stunden das Schwimmen und Radfahren beendet haben.

Mit diesem Vorwissen kannst du nun an den Start gehen. Du hast dich gut vorbereitet und bist motiviert, dich in dein nächstes Abenteuer zu stürzen. Die Nervosität steigt. Hast du irgendetwas vergessen? Zweifelnde Fragen kommen auf, ob du wirklich an alles gedacht hast. Doch jetzt kannst du sowieso nichts mehr ändern. Also beruhige dich. Gehe in den letzten Sekunden vor dem Startschuss die Schwimmstrecke im Kopf durch, mach dir Gedanken über die Wechsel und den Ablauf des Wettkampfes. Versuche dich in deinen letzten Gedankenzügen nicht zu verunsichern und zu zweifeln. Motiviere dich und denke positiv: Du schaffst das!

Der Startschuss ertönt

Bääääääm. Und los geht dein Abenteuer. Du schwimmst los und versuchst dich unter der Masse an Leuten durchzusetzen. Viele Arme kreisen um dich herum, du musst aufpassen, dass dich niemand schlägt und du musst ihnen zeigen, wer die Oberhand im Schwimmen hat. Doch Vorsicht: Lass dich nicht zu sehr von den anderen Athleten beirren. Du hast noch eine lange Schwimmstrecke vor dir. Teile deine Kräfte ein und vergeude deine Energie nicht schon auf den ersten Metern. Finde deinen Rhythmus und versuche ruhig zu atmen und nicht zu hyperventilieren.

Der Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren

Die erste Disziplin hast du hinter dich gebracht. Sehr gut. Jetzt musst du aus der Horizontalen in die vertikale Lage finden. Hoffentlich hast du das vorher einige Male geübt, sonst wird es ganz schön ungewohnt für dich. Starte nicht zu schnell aus dem Wasser, sondern werde langsam schneller. Falls du einen Neoprenazug trägst, darfst du ihn auf den Weg zum Wechselzelt bis zur Hüfte herunterziehen.

Vor dem Wechselzelt befinden sich die Beutelständer, in denen sich deine Radsachen befinden. Schnappe ihn dir, laufe ins Wechselzelt und ziehe erst einmal den ganzen Neoprenanzug aus. Am besten du steifst ihn von deinem Körper herunter, sodass er verkehrt herum auf dem Boden liegt. Danach ziehst du Helm, Brille und Schuhe an, packst den Neoprenanzug in die Tüte und gibst sie am Ende des Wechselzeltes einem Helfer. Danach läufst du zu deinem Rad.

Falls kein Wechselzelt und Beutelständer vorhanden sind, läuft du direkt zu deinem Rad und vollziehst das gleiche Prozedere wie zuvor beschrieben. Am besten du hast dir vorher Orientierungspunkte überlegt, wie z.B. ein Schild, Haus oder Baum, wodurch du dein Rad schnell wiederfindest. Zusätzlich stehen an jeder Reihe Nummern, die dich auf deine Startnummer hinweisen.

Rad gefunden? Dann noch schnell das Startnummernband inklusive Startnummer auf den Rücken ziehen, Rad aus der Wechselzone schieben und aufsteigen. Den Zeitpunkt, wann du auf dein Rad steigen darfst, wird auch vom Veranstalter festgelegt und wird farbig oder durch ein Schild gekennzeichnet.

Der längste Teil erwartet dich

Nun erwartet dich die längste Disziplin deines Triathlonwettkampfes: Das Radfahren. Bereits in der Wechselzone solltest du auf das kleine Kettenblatt geschaltet haben, um zu Beginn eine höhere Frequenz zu treten, da der Aufstieg und das Losfahren so leichter fällt.

Langsam findest du in deinen Rhythmus und schaltest schrittweise hoch. Lass dich nicht von anderen Fahrern dazu verleiten zu viel Gas zu geben. Denke daran, dass du erholt genug auf die Laufstrecke kommen musst. Verpflegung ist, gerade in diesem Teil, sehr wichtig, da der Körper Nahrung, wie etwa Riegel besser zu verdauen kann als auf der Laufstrecke. Bei kürzeren Distanzen ist eine feste Nahrung nicht erforderlich, ein Gel reicht aus. Auch das Trinken solltest du nicht vernachlässigen. Allerdings ist es wichtig, dir eine eigene Verpflegungsstrategie zu überlegen, die für dich am besten geeignet ist. Kurz bevor zu die Wechselzone 2 erreichst, vermeidest du große Überholmanöver, da der Weg enger wird und du nicht weißt wie sicher die anderen Fahrer von ihrem Rad absteigen.

Der Wechsel vom Rad zum Laufen

Den größten Teil hast du nun überstanden. Von der Rad- zur Laufposition zu kommen, wird wahrscheinlich auch sehr, seeeehr ungewohnt für dich sein. Deswegen kann es sein, dass du dich fühlst als würdest du auf Eiern laufen. Doch nach ein paar Metern wirst du schon in deinen eigenen Rhythmus finden. Ganz sicher. Bei größeren Wettkämpfen wird dir das Rad von einem Helfer abgenommen, bei anderen wiederum musst du dein Rad an einer dir zugeordneten Stelle abstellen. Nun heißt es nur noch Radschuhe aus- und Laufschuhe anziehen, Helm ablegen, Kappe anziehen, Startnummer nach vorne ziehen und ab auf die Laufstrecke.

Und jetzt noch Laufen?

Jetzt nur noch Laufen. Der letzte Teil. Du wirst merken, dass sich deine Beine von Meter zu Meter an die neue Belastung gewöhnen werden. Versuche auf deinen Körper zu hören und dein Renntempo zu finden.

Geschafft: Glücksgefühle, Adrenalin, Ziel erreicht

Die letzten Meter im Zielkanal sind wahnsinnig aufregend. Alle Zuschauer jubeln dir zu und bewundern dich für deine Leistung. Ob sie dich kennen oder nicht, sie freuen sich mit dir. Genieße den Moment, schaue dir die glücklichen Menschen um dich herum an und lass dich feiern. Du hast es geschafft. Wow. Wahnsinniges Gefühl oder? Einfach unbeschreiblich. Ein Helfer hängt dir die Finisher-Medaille um den Hals. Dieses Erlebnis kann dir nun niemand mehr nehmen.

Noch eine letzte Anmerkung zur Verpflegung

Egal bei welcher Distanz du startest. Wichtig ist, dass du vorher deine Wettkampfverpflegung testest und überlegst, was dir gut tut und wie viel du brauchst. Schaue dir außerdem genau an wann und wo sich die Verpflegungsstellen befinden und was dort angeboten wird. Dann kann dein erster Triathlon Wettkampf beginnen. Schaue hierfür auch noch mal die ersten Artikel unserer Wettkampfserie an:

So laufen die Tage vor deinem Wettkampf ab

Tipps zur Triathlon Vorbereitung

Triathlon Tapering

Tipps zum Freiwasserschwimmen



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